Projekt Nordlicht Teil 3: Oder davon wie ich auszog den Hamburger Kiez zu erobern

Ahoi, ihr Leichtmatrosen. Seit meiner Ankunft in der Hansestadt Hamburg ist bereits ein bisschen Zeit verstrichen. Anfänglicher Wehmut und Sehnsucht gen Domstadt lassen sich derweil in Reizüberflutungen des nordischen Flairs ertränken.

Hamburger Dimensionen und Eindrücke entsprechen so ganz und gar nicht denen des Kölner Stadtlebens, zumindest nicht in meiner Wahrnehmung. Was mich hier aber von Anfang an glücklich macht, ist es der Stadt zu lauschen. Dem stillen Wasser der Alster am Abend, wenn sie sich in ein Lichtermeer verwandelt und natürlich dem Hamburger Schnack. Wie schön klingt bitte dieser Dialekt? Ich habe begonnen den Kiez zu erobern. Habe die Bretter, die die Welt bedeuten gesehen und mit großen Augen beobachtet was in Hamburg die „Große Freiheit“ heißt. Diese Hansestadt besitzt ein großes Repertoire besonderer Plätze, die sich vielleicht nicht alle auf den ersten Blick offenbaren. Ein paar konnte ich aber bereits auskundschaften…

Das Café Herr Max

Auf einen gemütlichen Kaffee mitten in der Sternschanze schlendert man am besten zum Herrn Max. Urige Atmosphäre fast wie bei Oma und ebenso leckeres Gebäck. Da Herr Max sich auf Patisserie spezialisiert hat, findet man hier ganz schön kunstvolle Torten und Törtchen. Mein Laptop und ich sitzen hier öfters und zwacken etwas gratis Internet ab. Mit Blick auf das wilde Treiben des Schulterblatts lässt es sich hier sehr gut aushalten.

Café Herr Max

Café Herr Max

Kuchenauswahl bei Herr Max

Kuchenauswahl bei Herr Max

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Deutsche Schauspielhaus

Nach dem Kaffee dann mal zu den vorhin genannten Brettern. Gemeint ist selbstverständlich das Deutsche Schauspielhaus in Hamburg. Ich war direkt beeindruckt und begeistert wie ein kleines Mädchen als wir durch den imposanten Eingang marschierten. Nicht minder imposant erscheint das Theater von innen: purpurroter Teppichboden und bemalte verschnörkelte Decken, gespickt mit einigen Etagen voller Balkone, die vermutlich aus einer Zeit stammen, welche selbst das etwas in die Jahre gekommen Publikum nur aus Erzählungen kennt. Ein kultureller Abend lohnt sich hier wirklich, besonders aufgrund des unheimlich tollen Ensembles und der günstigen Studentenpreise.

Deutsches Schauspielhaus

Deutsches Schauspielhaus

Das Clockers

Neben den feinen Künsten, darf aber natürlich auch ein guter Drink nicht fehlen – wie immer kommt es auf den richtigen Mix an 😉 Ein richtig guter Cocktail mag sorgsam gewählt sein und hier gibt es sogar eigens hergestellten Gin. Hereinspaziert in den Zauberwald voller verführerisch guter Musik und nicht weniger guten Drinks! Die Decken schmückt ein dichtes Geäst, das auf magische Art und Weise kleine Glühwürmchen trägt. Beschwipst oder verzaubert? Das ist hier die Frage! Wir beobachten heimlich den kultigen Rapper „das Bo“ – seines Zeichens gebürtiger Hanseat – und nippen dabei an unseren Gläsern. Zu später Stunde schwingt hier auch der ein oder andere das Tanzbein und falls es mal zu wild vonstatten geht, lässt man sich einfach in weiche Mooswände sinken.

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Übel und Gefährlich

Adäquat beschwipst lässt die Tanzlaune nicht lange auf sich warten – und weiter geht die Reise. Falls ihr euch schon immer gefragt habt, was eigentlich dieser riesige Betonbunker neben der Rindermarkthalle ist – ja, es ist tatsächlich ein Bunker. Das Herrliche daran: im obersten Stockwerk befindet sich ein legendärer Technoclub. Mit einem Lastenaufzug, geführt vom alten Rocker mit orangenem Haar, der hier eindeutig Herr der Fahrstuhlmusik ist, geht es hinauf. Oben angekommen lohnt es sich einen Blick in das bedrohlich offene Wendeltreppenhaus zu werfen, um sich dann in wummernde Wogen der elektronischen Tanzmusik zu begeben. Oh schon hell? Mein besonderer Tipp zum Morgengrauen: die letzten Stufen der Wendeltreppe hinaufsteigen, denn es wartet eine Dachterrasse inklusive überragendem Ausblick über das erwachende Hamburg. Hamburg du vermagst zu bezaubern, aber Köln belegt noch einen großen Platz meines Herzens. Sobald mein Heimweh wieder aufflackert, beginne ich einfach es mit spannenden Eindrücken aus der Hansestadt in Schach zu halten. Ganz bald geht’s allerdings via Hamburg Köln Express in meine heißgeliebte Stadt am Rhein! Herzensmenschen besuchen und Jecke bestaunen.

Bunker

Bunker

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