Erzählte Geschichten aus 4 Jahren HKX!

4 Jahre HKX – WOW, ein Grund zu Feiern! Wir freuen uns riesig und möchten uns bei Euch für die Treue bedanken!

Auf Reisen passieren viele Dinge und man erlebt spannende Geschichten. Lest hier, was unseren drei Gastbloggern alles so in 4 Jahren HKX fahren passiert ist.

„Quasi ne kölsche Jung“ – Vier Jahre HKX mein schönstes Erlebnis auf der Strecke

[von Jürgen]

Endlich Wochenende: TGIF (Thank God it’s Friday). Nachdem ich mir die International New York Times in der Bahnhofsbuchhandlung gekauft habe, steige ich erschöpft in den HKX und fahre Richtung Köln. Während ich in der Zeitung noch nach einem interessanten Artikel suche, vernehme ich aus dem Nachbarabteil englische Sprachfetzen und Gesang. Klingt irgendwie geburtstaglich, denke ich. Naja, lass sie mal feiern. Ich vertiefe mich weiter in die New York Times und möchte nur noch meine Ruhe haben.

Plötzlich werde ich jäh in die Wirklichkeit zurückgeholt. Ein freundlich lächelnder älterer Herr steht vor mir und lädt mich zu einem Glas Sekt ein. Die Frage nach dem ‚warum‘ ist schnell geklärt. Er feiert seinen 70. Geburtstag mit seinen deutschen und amerikanischen Freunden extra in diesem Zug, weil er 1946 auf der Strecke Hamburg-Frankfurt (d.h. zwischen der britischen und amerikanischen Zone) zur Welt gekommen ist. Seine Mutter, eine amerikanische Militärangehörige, wollte unbedingt ihr Baby in Frankfurt, wo ihr Mann stationiert war, zur Welt bringen, deswegen begab sie sich auf die Reise. Naja, und dann ist es kurz vor Köln passiert, quasi ne kölsche Jung.

Er hat sich überlegt, so erklärte er mir, dass er diesen Geburtstag gemütlich im HKX auf der Strecke zwischen Hamburg und Frankfurt feiern wollte. Deshalb sind zwischen Düsseldorf und Köln die Sektkorken geflogen. Ich geselle mich zu den Feiernden, trinke meinen Sekt mit dem Jubilar und komme leicht beschwipst in guter Wochenendlaune in der Domstadt an.

Kölner Dom

Kölner Dom

 „Home is where your heart is“ – Vier Jahre HKX mein schönstes Erlebnis auf der Strecke

 [von Marie]

Nach Hause Telefonieren? Das mag für Außerirdische ausreichend sein, aber ich benötige von Zeit zu Zeit eine Dosis familiärer Nestwärme.

Noch so beflügelt von der neu gewonnenen Freiheit trifft es dich irgendwann klammheimlich zwischen der Verzweiflung über unverständliche Wäscheetiketten und gähnender Kühlschrankleere – das Heimweh.

Ich stehe also am Bahnsteig, 350 Kilometer Luftlinie trennen die hippe Hansestadt Hamburg, die ich nun meine Heimat nenne, von meinen Wurzeln – dem Ruhrpott. Es nieselt gediegen auf das gläserne Dach des Hamburger Hauptbahnhofs, während ich ungeduldig an meinem Starbucks-Sojalatte nippe und andächtig die Passanten am Gleis 12 mustere.

Aber da rollt der HKX in den Bahnhof ein und alle verfallen gleichzeitig in einen Zustand subtiler Hektik. Da steht er nun: der Sonderzug zum Pott, meine Mitfahrgelegenheit in die Heimat, mein „Online“- Ticket nach Hause.

Pärchen drücken sich als würden sie einander nie wiedersehen und dazwischen stehe ich mit der einzigen Sorge, die riesige abgerockte Reisetasche ohne bleibende Schäden ins Abteil zu verfrachten.

Ja wäre da nicht der großgewachsene Herr vom Servicepersonal gewesen – ich hätte vermutlich ohne Gepäck reisen müssen. Sitzplatz gefunden! Ich vergrabe ich mich tief im Polster meines Fensterplatzes und freue mich auf meinen neuen Krimi.

HKX Abteilwagen

HKX Abteilwagen

Der Typ gegenüber schlägt die Tasten seines Laptops derart laut an, dass sich meine Aufmerksamkeit zwischen den Zeilen verliert, bis ich genervt versuche dem Übeltäter einen bedeutungsvollen Blick zu zuwerfen. Leider ist mein Gegenüber ebenso attraktiv wie anstrengend. Er grinst mich an und scheint meinen Blick ebenso bemerkt wie interpretiert zu haben. Er stellt sich vor, wir springen von Smalltalk zu Themen über Gott und die Welt. Die Stationen, Kilometer und Stunden fliegen an den verregneten Zugfenstern vorbei und wir finden kein Ende.

Der HKX erreicht Essen Hauptbahnhof und feixend steckt er mir seine Nummer zwischen die Seiten meines fast vergessenen Krimis.

Am Gleis stehen sie schon alle. Meine Heimat, mein Zuhause meine Family. So schnell verfliegt das Bedürfnis nach Unabhängigkeit und Freiheit, wenn du endlich wieder die kalte Schnauze von Hund und Stief Papa zu spüren bekommst und zwischen Geborgenheit, Starrköpfigkeit und Sticheleien den besten Apfelkuchen der Welt vertilgst. Home is where your heart is!

Aber den Zettel zwischen dem 2. und 3. Kapitel, zwischen Tatortreinigung und Zeugenbefragung – den hab ich natürlich nicht vergessen. Vielleicht lässt sich ja sogar eine zweite gemeinsame HKX-Reise arrangieren…

Genervt einsteigen – Happy aussteigen | Vier Jahre HKX – mein schönstes Erlebnis auf der Strecke

[von Julian]

Jeder kennt diese Tage, an denen einem beim Wachwerden klar ist: Heute ist nicht viel zu holen…

Es ist Samstag und trotzdem klingelt der Wecker pünktlich um 6 Uhr. An Aufstehen ist nicht zu denken und die tückische Sleep-Funktion stellt mir gekonnt ein Beinchen. Vier anstrengende Tage auf der Buchmesse in Frankfurt stecken mir in den Knochen aber heute geht es endlich wieder zurück ins heimelige Bonn. So langsam muss ich jetzt wirklich aufstehen, sonst wird es eng denn der HKX fährt pünktlich um 8:30 Uhr. Also los!

Jedoch gestaltet sich der Weg zum Hauptbahnhof als echte Herausforderung. So irre ich durch das pulsierende Frankfurt und finde mich an irgendeiner Straßenkreuzung mit Schienen wieder ohne auch nur den Hauch einer Idee, wo sich die nächste Bahn-Station Richtung Frankfurt Hauptbahnhof versteckt halten könnte. Natürlich hab ich auch schon die 300 MB mobiles Internet auf meinem Handy für lustige Facebook Videos verschossen – Mist!

„Gude“ schallt es von der Seite in mein Ohr. „Kann ich Dir weiterhelfen?“ Neben mir ragt ein älterer Herr – dem meine hektischen Blicke vom Handy in die verschiedenen Straßenrichtungen und zurück, nicht entgangen sind, auf. Er erweist sich als freundlicher Retter in der Not und lotst mich durch das Frankfurter Wirrwarr.

Am Bahnhof angekommen ist ein Sprint der Extraklasse gefragt und die Türen des HKX schließen sich knapp hinter mir. Geschafft. 

Na toll, in meinem Abteil sitzen bereits fünf Damen älteren Semesters und genießen fröhlich ihr Reisefrühstück. Ich hatte ja eigentlich auf eine ruhige Fahrt gehofft, bei der ich noch etwas Schlaf nachholen kann. Aber von wegen: Die Damen empfangen mich lautstark und freuen sich offensichtlich über einen jungen Mann in ihren Reihen. Sie bieten mir direkt eine großzügig belegte Stulle und Frankfurter Würstchen an und bestehen darauf, an ihrem Frühstück teilzunehmen. Das passt mir wiederum ganz gut, denn ich hatte noch keine Zeit etwas zu essen und die charmante Aufmerksamkeit, die mir von allen Seiten entgegen kommt, ist auch nicht verkehrt.

Während des üppigen Frühstücks klären die Damen mich über ihren Wochenendausflug nach Köln auf, was auch die reichhaltige Verpflegung und die gute Laune erklärt. Die war dann übrigens auch ansteckend.

Die Fahrt verging wie im Flug und eh ich mich versah, lief der HKX auch schon am Bonner Hauptbahnhof ein. Einen überschwänglichen Abschied und noch ein Stück echten Frankfurter Handkäs zum Mitnehmen später, stolperte ich meiner etwas verdutzten Freundin völlig beschwingt in die Arme. Für mich ist nun klar: Ein anfänglich holpriger Tag, kann doch noch ordentlich Fahrt aufnehmen 🙂

 

Toll, solch schöne Geschichten in Retrospektive auf der HKX-Strecke zu lesen 🙂 Viele Grüße, euer HKX-Team!

 

 

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