China in Düsseldorf

Über Jürgen

Jürgen ist seit zwei Jahren beschwingter Privatier aus Köln und kann endlich seinen Interessen nachgehen. Die sind leider vielfältig: Fremdsprachen – daher die vielen Reisen – Rückkehr an die Uni, um neue Menschen kennenzulernen, ausgedehnte Restaurant- und Bistrotbesuche und umfangreiche Lektüren aller Art, um mehr darüber zu erfahren, was die Welt in ihrem Innersten zusammenhält oder auch nicht. 😉

War doch ne gute Idee, den Wagen zu Hause zu lassen. HKX hatte meine Tochter mir empfohlen, solltest du mal probieren. Mit dem war sie schon mal in Hamburg gewesen und völlig entspannt angekommen. Recht hatte sie!

Nun stand ich vor dem Düsseldorfer HBF und hatte meinen „Chinatag“ vor mir, bevor ich meine Verwandten in Norddeutschland besuchen wollte. Ja, ihr lest richtig. China und nicht Japan. Es leben und  arbeiten  zwar ca. 6000 Japaner in Düsseldorf, doch nimmt die Zahl der Chinesen konstant zu (momentan ca. 2500 ). Doch davon später mehr.

Ich machte mich auf den Weg Richtung Königsallee. Die Gegend zwischen Bahnhof und Kö wird mittlerweile von den Düsseldorfern als „Klein China“ bezeichnet. Auf der Graf-Adolf-Straße 63 erreichte ich nach kurzem Fußweg das Konfuzius-Institut an der Heinrich-Heine-Universität (vergleichbar mit den Goethe-Instituten im Ausland). Die Chinesin im Eingangsbereich begrüßte mich freundlich mit „Ni chi le ma“ (Hast du schon gegessen? = Guten Tag) und war  bereit, mir einige Informationen über das Institut zu geben. Es werden hauptsächlich Sprach- und Kulturkurse  und Kulturveranstaltungen aller Art angeboten.  Zur Zeit  sind die HSK Vorbereitungskurse und Prüfungen  (A1-C2) besonders bei Leuten aus der Wirtschaft sehr gefragt, da sie den Nachweis liefern, ähnlich wie die Cambridge-Prüfungen, über welche Sprachkenntnisse der Kandidat verfügt. Diese Prüfungen werden hier zwei Mal im Jahr angeboten. Mit reichlich Informationsmaterial ausgerüstet stand ich nun mit einem leichten Hungergefühl wieder auf der Straße und blickte auf die gegenüberliegende Bahnstraße, auf der sich nach Auskunft der Mitarbeiter des Konfuzius-Instituts einige Chinarestaurants befinden sollen, die authentische Küche anbieten.

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Im Hai Xian (Bahnstr. 65) gibt es kantonesische  und Sichuan Küche. Das Tsun Gai  (Bahnstr. 72) bietet Dim Sum, in Essig eingelegte Hühnerfüße und gefüllte Lotusblätter mit Tintenfischpaste an. Im Dolar (Bahnstr. 74) wird unverfälschte chinesische Küche  im modernen Ambiente zelebriert. Dolar ist übrigens ein chinesisches Fondue aus Macao. Das alles ist nur ein kurzer Ausschnitt dessen, was die Lokale sonst noch zu bieten haben. Einen Steinwurf entfernt, auf der Friedrich-Ebert-Str. 20 befindet sich „Fresh Asia“, ein gut sortierter chinesischer Supermarkt mit einer Bäckerei und Teestube, wo die Besucher Lotusgebäck, Melonen Reiskuchen, Soja Kokos Kuchen, aber auch Herzhaftes in Form von Dampfbrot und Baozi mit Schweinefleisch erwartet. Ich hatte allerdings mehr Verlangen nach einem richtigen Mittagessen und aus diesem Grund kehrte ich zur Bahnstraße zurück.

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Nach opulentem Mahl im Tsun Gai und leckerem Tsingtao Bier begab ich  mich erst einmal in die Altstadt zum Burgplatz 1. Dort befindet sich das China-Kompetenzzentrum, ein zentraler Ansprechpartner für alle chinesischen Unternehmen, die sich in Düsseldorf ansiedeln wollen. Danach ging es über die Oberkasseler Brücke zur Luegallee, die mich dann zur Schanzenstraße 131 brachte. Was hatte das alles mit China zu tun? Nun, hier befindet sich seit Anfang des Jahres das Generalkonsulat der VR China. Übrigens Deutschland ist das einzige Land in Europa, in dem China 4 Generalkonsulate unterhält. Die chinesische Regierung hat Firmen in seinem Land aufgerufen, international zu expandieren. Deutschland steht dabei im Mittelpunkt des Interesses.  Aus diesem Grunde gibt es seit einiger Zeit eine neue Seidenstraße, auf der mehrmals pro Woche ein 750 Meter langer Zug Waren von Chongqing nach Duisburg transportiert, von wo aus sie in alle Teile Deutschlands und Europas verteilt werden können.

Zurzeit stellt die Pekinger China Investment Cooperation (CIC) aus Chinas großen Devisenreserven 750 Milliarden Dollar für CIC- Chefinvestor Li Keping für seine Einkaufstour in Deutschland zur Verfügung. Und der Mittelpunkt von alldem befindet sich in Düsseldorf.

Auf dem Rückweg zum Bahnhof entdeckte ich in der Nähe des Schlossturms die Shennong Tea Lounge, die zu einer entspannten Teepause einlud (Burgplatz 2-3). Da die Zeit plötzlich knapp geworden war, wählte ich den kürzesten Fußweg zum Bahnhof, der mich über den Carlsplatz, auf dem es einen permanenten (hervorragenden) Markt gibt, Benrather Straße, Steinstraße und Bismarckstraße dorthin brachte.

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Der HKX Zug, der mich nach Norddeutschland zu Freunden bringen sollte, war pünktlich.  Ich fand einen Fensterplatz, richtete mich gemütlich ein und dachte über die vergangenen Stunden nach. Wir waren gleich in Duisburg, der Stadt, von der es jetzt eine direkte Verbindung zur neuen Seidenstraße gab. Sollte ich vielleicht…? Unsinn, es gibt doch nur Güterverkehr.

Wer übrigens von euch am 17.9.2016  das zum 6. Mal in der Düsseldorfer Altstadt statt findende Chinafest miterleben möchte, dem sei eine Anreise mit dem HKX empfohlen.

Jürgen

Hallo ich bin Jürgen und seit zwei Jahren beschwingter Privatier aus Köln. Endlich kann ich meinen Interessen nachgehen. Die sind "leider" vielfältig: Fremdsprachen - daher die vielen Reisen - Rückkehr an die Uni, um neue Menschen kennenzulernen, ausgedehnte Restaurant- und Bistrotbesuche und umfangreiche Lektüren aller Art, um mehr darüber zu erfahren, was die Welt in ihrem Innersten zusammenhält oder auch nicht 😉

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